Projekt „(Ge)DenkART“ sagt Hass und Hetze Kampf an

Kreisjugendamt will Jugendliche gegen radikales Gedankengut wappnen

Anmeldungen ab sofort möglich
Anmeldungen zum Projekt „(Ge)DenkART“ des Kreisjugendamtes sind ab sofort bei den beiden Fachberatern Michael Budde und Eckhard Haak möglich. Foto: Mathias Keller/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 29.05.2020 10:00

Kreis Soest (kso.2020.05.29.308.mb/tw/-rn). In Zeiten, in denen überall in der Gesellschaft wieder radikales Gedankengut Einzug hält, möchte das Kreisjugendamt mit dem Projekt "(Ge)DenkART" 30 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren aus dem Kreisjugendamtsbezirk Soest gerade für diese Thematik sensibilisieren. Das Projekt soll im Herbst und Winter 2020/2021 stattfinden, dauert neun Wochen und ist in vier Bausteine gegliedert. Die Teilnahme ist kostenlos.


Die Anmeldung ist ab sofort telefonisch, per Mail oder Fax bei den beiden zuständigen Fachberatern Michael Budde,  Telefon 02921/303422, Fax 02921/302774, E-Mail: michael.budde@kreis-soest.de und Eckhard Haak, Telefon 02921/302762, Fax 02921/302774, E-Mail eckhard.haak@kreis-soest.de möglich.                                                                                      

„Immer radikaler agierende Gruppen sorgen für gewalttätige Ausschreitungen, verbreiten Hass und öffentliche Hetze und sind Ausdruck  einer fortschreitenden gesellschaftlichen Spaltung. Die Verbreitung menschenverachtender, rassistischer bzw. antisemitischer Parolen und Einstellungen, die Verharmlosung im Alltag durch Witze und Beleidigungen finden sich leider auf vielen Ebenen der Gesellschaft“, erläutert Michael Budde. „Dieses Phänomen zeigt sich ebenso zunehmend bei zugewanderten Kulturkreisen und ist generations- sowie regional-übergreifend. Umso wichtiger ist es daher heute, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen.“

Um den teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen historisch-politische Auswirkungen begreifbar zu machen, bedarf es Orte des Gedenkens, die Geschichte erfahrbar und sichtbar machen. Im Rahmen des Projektes ist deshalb eine mehrtägige Gedenkstättenfahrt nach Tschechien – vorbehaltlich der weiteren Corona-Pandemie-Entwicklung – geplant. Diese Exkursion soll Fragen nach Ursachen, Bedingungen und Auswirkungen der damaligen Ereignisse aufwerfen und den Transfer zu Werten der heutigen Demokratie und Lebensformen schaffen.

Als Vorbereitung auf diese Fahrt ist eine Tagesveranstaltung auf der Wewelsburg im Kreis Paderborn geplant. Das Hauptaugenmerk soll an diesem Tag auf dem geschichtlichen Einstieg in die Thematik „Nationalsozialismus“ und dessen Auswirkungen liegen.

Ein weiterer vorbereitender Themenschwerpunkt ist die Verfolgung der Juden im Kreis Soest und deren Deportation. Zu diesem Zweck sollen sich die Teilnehmenden auf Spurensuche jüdischen Lebens begeben. Sie bekommen die Möglichkeit, sich anhand von Film, Fotografie und Audioaufnahmen einen Überblick über die Spuren jüdischen Lebens (Friedhöfe, Gedenkstätten, Stolpersteine, Zeitzeugen) im Kreisgebiet verschaffen.

Nach der Gedenkstättenfahrt erhalten die Jugendlichen in einem Zeitraum von rund vier Wochen die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Kreis Soest ihre Eindrücke und Gefühle in verschiedenen Workshops gestalterisch und kreativ umzusetzen. Die Ergebnisse werden dann innerhalb einer Vernissage präsentiert. Offene Fragen, Eindrücke und nachwirkende Emotionen können dort thematisiert werden. Abschließend stehen die Ausstellungsstücke in Form einer Wanderausstellung den Kommunen sowie interessierten Institutionen zur Verfügung.


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